Softwareunternehmen errichtet größtes Ladenetzwerk für Elektrofahrzeuge weltweit

Am 01.09.2012 von Martin Randelhoff

Die Zahl der Ladestationen des US-Ladenetzwerkes Xatori wächst innerhalb eines Jahres um über 2200 Prozent. Mehr als 100.000 Teilnehmer nutzen mittlerweile die Möglichkeit, private und öffentliche Ladestationen zu finden und zu nutzen.

Ein großes Problem beim Marktdurchbruch des Elektrofahrzeuges ist die fehlende Ladeinfrastruktur. Prinzipiell können Elektroautos, Elektroroller und E-Bikes an jeder konventionellen Steckdose geladen werden, in der Realität dauert dies allerdings einige Stunden. Auch stehen am Arbeitsplatz und in der Nähe von Supermärkten oftmals keine Lademöglichkeiten zur Verfügung.

 

2012 existiert in Deutschland noch kein flächendeckendes Ladenetz. In Deutschland gibt es zurzeit etwa 1.000 Ladestationen. Bis Ende 2010 sollen europaweit etwa 50.000 Lademöglichkeiten zur Verfügung stehen. Bis es so weit ist, muss man bei einer Fahrt mit dem Elektroauto die Restkapazität der Batterie und die nächste Lademöglichkeit stets im Blick behalten.

 

Eine eigene Ladestation kostet je nach Ausstattungsgrad zwischen 2.000 und 8.000 Euro.

Die Kosten für eine flächendeckende Ladeinfrastruktur in Deutschland werden auf circa drei Milliarden Euro geschätzt.

Eine andere Möglichkeit bietet zumindest in Nordamerika das Software-Startup Xatori aus Palo Alto. Xatori Inc. hat die Application PlugShare veröffentlicht, die einem sozialen Netzwerk wie Facebook ähnelt.

Nur das PlugShare keine Freundschaften zwischen Menschen abbildet, sondern es jedem ermöglicht mit seinem Smartphone, Tablet oder Computer die nächstgelegene Ladestation zu finden. Eine Besonderheit ist, dass sowohl öffentliche als auch private Ladestationen gefunden werden können. Jeder Eigentümer einer eigenen Ladesäule kann diese der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, mehr als 11.000 Ladestationen stehen PlugShare-Nutzern somit mittlerweile zur Verfügung. Im letzten Jahr betrug die Zahl der Lademöglichkeiten noch 500, somit ist die Zahl der Ladestationen innerhalb eines Jahres um 2200 Prozent gewachsen. Mehr als 100.000 Teilnehmer nutzen die App mittlerweile.Screenshots der Greencharge App

GreenCharge ermöglicht die Verbindung zwischen Elektrofahrzeug und Ladenetzwerk.

 

Neben PlugShare bietet Xatori auch die iOS-App GreenCharge an, die es Eigentümern eines Nissan Leaf, Chevrolet Volt oder Toyota Prius die Möglichkeit gibt, sich in das Fahrzeug einzuklinken und auch außerhalb des Fahrzeugs den Ladestand abzurufen, die Klimaanlage zu steuern oder den Ladeprozess zu starten oder zu stoppen. Und das außerhalb des Fahrzeugs.

Smartphones und Applications können Elektromobilität direkt fördern.

Durch Apps wie PlugShare oder GreenCharge kann der Aufbau eines flächendeckenden Ladenetzwerkes beschleunigt werden. Nicht nur der Staat, Kommunen, Energieversorger und Stadtwerke können Ladestationen errichten und zur Verfügung stellen, auch jede Privatperson hat die Möglichkeit eine Ladestation zu betreiben und damit Geld zu verdienen (eine kostenlose Abgabe von Strom ist in Deutschland nicht erlaubt). Dadurch entfällt die Suche nach geeigneten Standorten im öffentlichen Straßenraum. Auch in reinen Wohngebieten kann somit ein flächendeckendes Ladenetz für Elektrofahrzeuge entstehen.

 

Definitiv eine sehr gute Möglichkeit, den Aufbau eines Ladenetzes zu beschleunigen. Und auch hier ist das Smartphone der Schlüssel zum Erfolg!

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