Recruiting durchs Hintertürchen

Am 19.07.2013 von Kathrin Kaufmann

Aus Spaß wird Ernst: Wie fischerAppelt auf Facebook um neue Mitarbeiter wirbt.

Im Juni schossen sie wie Pilze aus dem Boden: Die “Things … Don’t Say”-Seiten auf Facebook. Dort werden humorige Nicht-Aussagen von Münchnern, Hamburgern, Berlinern oder bestimmten Berufsgruppen gesammelt. Mitte Juni ging auch die Seite „Things Agenturleute don’t say” online, die deutsche Werbeschaffende ironisiert.

 

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Per Email oder Privatnachricht kann jeder Vorschläge für Postings einreichen, die dann kuratiert und gegebenenfalls veröffentlicht werden – ein Angebot, dem viele nachkommen. Fast täglich kommen neue Einträge hinzu und mittlerweile hat die Seite über 22.000 Likes. Kein Wunder, dass die Agentur fischerAppelt, die auch im Impressum der Seite genannt wird, darin eine Chance für ihr Recruiting erkennt. So erschien am 5. Juli folgendes Posting:

 

 

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Der Link führte zu einer Stellenausschreibung für einen „Social Insights Specialist” und wurde immerhin 372 Mal geklickt. Was fischerAppelt für diese Anzeige bezahlt hat? Nichts. Eine gute Idee, die sich allerdings nicht grenzenlos ausreizen lässt. Denn schwierig wird es, wenn Werbung zu sehr nach Werbung aussieht, und die wachsende Aufmerksamkeit macht das Publikum mit jeder neuen Anzeige kritischer. Als die Agentur Beebop dem Beispiel von fischerAppelt folgte und ebenfalls eine „Stellenausschreibung” einreichte, gab es in den Kommentaren bereits erste kritische Äußerungen.

 

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Was auch weniger Social Media affine Unternehmen davon lernen können: Maßnahmen, die auf den ersten Blick wie Zeitverschwendung wirken können, können durchaus nützlich sein – wenn man das notwenige Gespür für den richtigen Moment und den passenden Kontext mitbringt.

 

 

 

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