Agenda 32/14

Am 04.08.2014 von Haruki

App für den Lebensmittelhandel liefert Rezeptideen für Sparfüchse

Wer beim täglichen Lebensmitteleinkauf stets auf der Suche nach den günstigen Angebot ist, demonstriert zwar ein starkes Preisbewusstsein, ist aber gleichzeitig in Bezug auf die Vielseitigkeit der eigenen Ernährung eher eingeschränkt. Im Unterschied dazu greifen Personen, die Appetit und Rezeptideen erst in Auseinandersetzung mit dargebotenen Lebensmitteln entwickeln, meist tiefer in die Tasche: Wenn einen die Rinderhachse anlacht, gibt es halt sonntags Schmorbraten, auch wenn sie etwas teurer ist.

 

Dass Lustkäufe und Preisbewusstsein nicht zwangsläufig im Konflikt zueinander stehen müssen, demonstriert eine neue App aus den Niederlanden namens „Koken Met Aanbiedingen“ [Kochen mit Angeboten]. Die App identifiziert Angebote lokaler Supermärkte und unterbreitet ihren Nutzern darauf basierende Rezeptvorschläge. Sparfüchse profitieren so von einer Verbreiterung und potenziellen Aufwertung ihres Ernährungsplans. Lustkäufer finden zuzsätzliche Inspiration und können gleichzeitig kostenbewusster einkaufen: Die App kombiniert affektive und kognitive Kaufmotive zu einer neuen Konsumverfassung, indem sie Inspiration und finanziellen Anreiz aneinander koppelt.

 

“Koken Met Aanbiedingen“ ist ein spannendes Beispiel für eine digitale Plattform, die zwischen Händler und Kunde als Vermittler auftritt. Sie bietet Handelsunternehmen die Möglichkeit, die Vielfältigkeit und Wertigkeit des eigenen Warenangebots zu kommunizieren. Vor allem Discounter profitieren von einer breiten Darstellung ihres Angebots, die sie über die Rolle als Grundversorger erhebt. Gleichzeitig schafft die App zusätzliche Kaufanreize und verbreitert implizit das Relevant Set des Kunden. Wenn die Penetration solcher Apps weiter zunimmt, können sie in Zukunft sogar dazu dienen, zusätzliche Werbekostenzuschüsse von Herstellerseite zu realisieren.

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