Agenda 36/14

Am 01.09.2014 von Haruki

IFTTT verfolgt die Vision des “digitalen Butlers”

Computer wollen dem Menschen das Leben leichter machen. Doch anstatt einfache Tätigkeiten des Alltags schneller und effizienter bewältigbar zu machen, werden alt hergebrachte analoge Tätigkeiten durch neue digitale Prozesse ersetzt ohne tatsächlichen Zeitgewinn zu bringen: Einen Termin für eine Telko im Google Kalender zu erstellen, die entsprechenden Teilnehmer einzuladen und dann noch die gesammelten Skype-IDs in die Beschreibung einzufügen, kann gerne in Summe bis zu 10 Minuten dauern – nicht viel schneller als den Termin händisch in einen klassischen Kalender einzutragen. Wäre es da nicht wünschenswert, Computer würden tatsächlich lernen, uns solche trivialen Tätigkeiten automatisiert abzunehmen?

 

Eine entsprechende Lösung will nun das Start-Up „IFTTT“ bieten: Die gleichnamige App ist eine Art digitaler Butler, der in der Lage ist, Routineaufgaben jedweder Form  selbstständig auszuführen. Nach dem Prinzip „If this … then that …“ (IFTTT) lassen sich einzelne Aktionen zu Handlungsketten verknüpfen und miteinander kombinieren. Durch ein einfaches Baukastensystem können solche Aktionen zu sogenannten “Recipes” zusammengefügt werden. Tritt ein bestimmtes Schlüsselereignis ein, triggert es automatisiert ein definiertes, auszuführendes Protokoll.

 

So lässt sich der gemeine Büroalltag schon erheblich vereinfachen. Sein volles Potenzial entfalten die Recipes insbesondere in Verknüpfung mit Mensch-Maschine und Maschine-Maschine Interaktionen im „Internet of Things“: Zum Beispiel können Sensor- oder GPS-Daten als Trigger definiert werden, um auszuführende Aktionen stärker an Kontexte, Orte und Zeiten koppeln. Warum sollten wir uns nicht selbst eine Facebook-Nachrichten zukommen lassen, wenn die Wetter-App kurz vor Dienstschluss einen Regenschauer ankündigt? Wäre es nicht wünschenswert, es würde automatisiert das nahestehendste Car2Go gebucht?

 

Vor dem Hintergrund der Facebook Initiative, Deeplinks für Apps ermöglichen zu wollen (nachzulesen in unserer Agenda 33/52) wird aus “IFTTT” auch ein spannendes Insight-Tool werden. Die von den Nutzern programmierten “Recipes” sind wertvolle Bausteine zur Entwicklung von Personas und zur Abbildung von User-Journeys, die Formen von Produktinteraktionen und Nutzungsgewohnheiten nachzeichnen. Wenn uns Services dabei helfen, unser Leben leichter oder interessanter zu gestalten, sind wir gerne bereit, Daten preiszugeben.

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