Agenda 40/14

Am 29.09.2014 von Haruki

Kompetenz statt Konkurrenz: Etablierte Marken als Business-Enabler

Plattformen wie Kickstarter oder Quirky, geben jedem die Chance, eigene Produkt- und Serviceideen zu realisieren. Jeder kann heute ein kleiner Unternehmer werden. Doch nicht selten werden aus scheinbar kleinen Ideen skalierbare Geschäftsmodelle, die in Konkurrenz zu etablierten Brands treten. Was erst nischig anmutet, erweist sich als Antwort auf sich mehr und mehr diversifizierende Bedürfnisse von Konsumenten.

 

Das sogenannte “Maker Movement” ist ein gegenwärtiges Phänomen, das seinen Ursprung in der Do-It-Yourself Bewegung hat. Ziel der Anhänger ist es, mit eigenen Mitteln ein technisches Problem zu lösen, ohne den Einsatz kostspieliger Speziallösungen. Nicht selten tragen die Maker dabei nicht nur zu einer Problemlösung bei, sondern schaffen häufig neue Produkte oder auch Services, denen ein hoher Innovationsgrad innewohnt. Weiter angetrieben wird das “Maker Movement” durch Crowdfundingplattformen, Events wie Hackathons und Maker Spaces, die wie Pilze aus dem Boden schießen.

 

Immer populärer wird in diesem Kontext der Ansatz, als etablierte Marke die Ableger des “Maker Moments“ ernst zu nehmen, Kompetenzen zu erkennen und in das eigene Geschäftsökosystem zu integrieren. So gewinnen beide Seiten: Die Gründer erhalten die Möglichkeit auf die Infrastruktur der Unternehmen zurückzugreifen, und die “Maker” erhalten die Chance, relativ risikofrei zu innovieren. Win-win für beide Seiten: hat ein Start-Up bereits auf Kickstarter sein erstes Gründungskapital eingestrichen, signalisiert dies bereits eine erste Resonanzfähigkeit beim Kunden für die Geschäftsidee.

 

Unternehmen wie GE gehen mit „imagination at work“ sogar noch einen Schritt weiter und stellen eigene Plattformen zur Verfügung auf welchen Privatpersonen eigene, smarte Ideen veröffentlichen können und bei genügend positiver Resonanz vom Unternehmen in ihrem Umsetzungsvorhaben an die Hand genommen werden. Hier werden Unternehmen zu Partnern, die den Aktivismus Einzelner aktiv fördern.

 

Etablierte Marken sollten ein neues Selbstverständnis als Business-Enabler entwickeln. Dabei geht es jedoch nicht darum, blind in jedes neue Geschäftsmodell zu investieren, sondern vielmehr darum, die eigene Kernkompetenzen mit der Innovationskraft der Akteure im „Maker Movement“ aufzustocken. Denn immer schneller lösen die Ideen von morgen die Geschäftsmodelle von heute ab. Und was eben noch „handmade“ war, ist morgen schon ein ernstzunehmender Wettbewerber. Vorbei ist die Zeit, in der “die Großen die Kleinen” schlagen. Heute schlagen die „Schnellen die Langsamen“.

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