Agenda 42/14

Am 13.10.2014 von Haruki

Sobooks: Demokratie dem literarischen Diskurs!

Das neue Projekt des Netz-Vordenkers Sascha Lobo und Unternehmergestalt Christoph Kappes heißt „Sobooks“ und setzt sich selbst hehre Ziele. Die neue Plattform will nichts anderes als die Art und Weise, wie wir Bücher im Internet lesen, nachhaltig verändern.
Die Grundidee dabei erscheint zunächst wenig spektakulär: Eine integrierte Plattform, die die Möglichkeit des Kaufens und Lesens mit sozialen Features wie Kommentar- und Share-Funktionen verknüpft. Doch genau diese Verknüpfung ist es, die potentiell einen echten Mehrwert für die Lesegemeinschaft bieten kann. Denn die sozialen Features gliedern sich nahtlos ins Leseerlebnis des Rezipienten ein: Stößt man beim Lesen auf eine interessante Textpassage, kann man sie kommentieren, auf Twitter posten und anschließend direkt ins Buch zurückspringen. Interessierte können mit einem Klick direkt ins Buch springen und meine geteilten Gedanken einsehen.

 

Sicherlich hängt der Impact, den die Plattform auf die Lesekultur haben wird, vorrangig davon ab, wie viele Leute die Plattform für sich entdecken und wie intensiv sie die Social-Media-Anbindung nutzen werden. Wir glauben jedoch tatsächlich, dass viele Leser bei der Rezeption von Texten durch „Sobooks“ eine Perspektiverweiterung erfahren können. Textpassagen, über die man vielleicht vorher einfach drüber gelesen hätte, können durch den Dialog mit anderen urplötzlich neue Bedeutungsebenen erhalten. Und dies vor allem deswegen, da die Plattform eine tiefere Interaktion mit anderen Nutzer direkt im Buch zulässt. Neue Sichtweisen bereichern somit direkt die eigentliche Leseerfahrung statt wie bisher Gelesenes erst später beispielsweise in Diskussionsblogs oder beim Büchertreff um die Ecke mit zusätzlicher Bedeutung aufzuladen.

 

„Sobooks“ ist somit mehr als nur Lesen mit Twitter-Button. Es ist der Versuch die Beziehung zwischen Literaturbetrieb und Lesern zu demokratisieren. Die FAZ schafft dazu bereits ein erstes Angebot. Jede Woche wird ein neues Buch vorgestellt, dass FAZ.NET-Nutzer in Auszügen frei zugänglich gemacht wird. In einem digitalen Lesesaal sollen dann Autoren, Kritiker und Leser zusammentreffen und gemeinsam über das Buch diskutieren. Der Versuch den literarischen Diskurs zu einem  Dialog auf Augenhöhe zu entwickeln.

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