Agenda 48/14

Am 24.11.2014 von Haruki

Chauffeur, Bodyguard, Assistent – über das Auto der Zukunft

„Predictive User Interface“, „Self Learning Car“, „Smart Seating“ – so heißen die Konzepte für das Auto der Zukunft. Sie alle befassen sich mit der Vision vom mitdenkenden Auto, die den Insassen nicht nur mehr Komfort und Service, sondern vor allem erhöhte Sicherheit verschaffen soll. Denn wenn das Auto in Zukunft für seinen Fahrer mitdenkt, dann kann sich dieser vollkommen auf den Verkehr konzentrieren.

 

Dank Park- und Bremsassistenten, Tempomat und weiteren Services schreitet die Automatisierung des Autofahrens immer weiter voran. Bisher haben sich diese Funktionen vor allem auf die Analyse der unmittelbaren Umgebung bezogen und daraus Aktionen abgeleitet. In naher Zukunft werden Fahrzeuge auch ihre Insassen genauer betrachten, ihre Vorlieben und Routinen studieren und sich automatisch auf sie einstellen.

 

Die Forschungsteams bei Daimler, Jaguar Landrover und anderen stellen sich das so vor: Wenn der Geschäftsmann morgens in sein Auto steigt, dann wählt die Klimaanlage nicht nur die richtige Temperatur. Sitz und Spiegel werden auf ihn angepasst, das Navi empfiehlt aufgrund von hohem Verkehrsaufkommen eine alternative Route zum Büro und verlegt auch direkt den 09:00 Uhr-Termin um ein paar Minuten nach hinten.  Selbst an die vergessene Aktentasche wird ein lernfähiges Auto erinnern, denn es registriert Unregelmäßigkeiten im Verhalten seines Fahrers.

 

Dank Sensoren in Sitzen und im Kofferraum lernen die neuen Autos den Geschmack und den Alltag ihrer Nutzer immer besser kennen. Und nicht nur das: Die Weiterentwicklung des Internet of Things wird auch zu Sensoren in Brücken, Ampeln und Straßen führen und dem Auto weitere Informationen zuspielen. Wenn der Brückensensor Gefahr durch Frost meldet, dann gibt das Auto diese Warnung an den Fahrer weiter und schreitet im Zweifel ein, sollte er die Situation falsch einschätzen. Durch die Kommunikation von Auto und Ampel wird zudem der Verkehrsfluss optimiert.

 

Die Forschungsarbeit der namhaften Autohersteller macht eins deutlich: Service wird bei den Fahrzeugen der nahen Zukunft groß geschrieben. Das Leben von Autohaltern soll einfacher und angenehmer werden, sodass sie Hände und Kopf frei haben für die wirklich wichtigen Dinge.

Gleichzeitig rufen diese Konzepte Fragen auf: Sind wir damit einverstanden, ein gläserner Autofahrer zu sein? Möchten wir, dass unsere Fahrzeuge die gesammelten Daten und ihre daraus folgenden Annahmen in Handlungen umsetzen? Inwieweit können und wollen wir der fortschreitenden Automatisierung des Autos vertrauen? Und brauchen wir neben Smartwatch und Smartphone noch einen weiteren Assistenten, der unsere Terminkoordination übernimmt? Wenn ja, wie können Schnittstellen und Interfaces sinnvoll gestaltet werden? Wir erwarten gespannt, wie und wann BMW & Co. sich diesen Herausforderungen stellen werden.

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